BitFenix Shinobi Print
Tuesday, 26 July 2011 of Joker

news_bitfenix_shinobiImmer ausgefallener und immer teurer werden moderne Computergehäuse. Hersteller BitFenix hat mit dem Shinobi ein Gehäuse im Angebot, das deutlich günstiger als viele andere zu haben ist. Dennoch soll es eine hohe Qualität, viel Platz und gute Kühlmöglichkeiten bieten.

Ob es sich hier um das ideale Case für Anwender handelt, die nur ein kleines Budget für ihr Gehäuse vorgesehen haben, haben wir uns angesehen.

Unser Dank geht an CaseKing  für die  Bereitstellung des Testsamples.


Verpackung

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Das Shinobi kommt in einem einfach gehaltenen braunen Pappkarton, auf Hochglanzoptik wurde verzichtet. Einige Schemazeichnungen erläutern die Features des Gehäuses. Weiterhin ist die Variante des Gehäuses auf dem Karton markiert- bei unserem Modell handelt es sich um das "Shinobi Window", es hat also ein Sichtfenster. Eine Variante ohne Sichtfenster ist ebenfalls erhältlich.

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Nach dem Öffnen des Kartons findet man das Gehäuse sicher verpackt in einer Plastikfolie, sowie gestützt von zwei Styroporblöcken. Die Anleitung liegt auf dem Boden des Kartons, das Zubehör befindet sich im Gehäuse selbst.

bitfenix_shinobi_07Das Sichtfenster des Gehäuses wird von einer Schutzfolie geschützt, die sich leicht und rückstandslos abziehen lässt.

 

 


 Zubehör

Das Zubehör fällt übersichtlich aus: Eine Kurzanleitung ("Quick Installation Guide") sowie eine Box mit Kleinteilen.

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Bei der Kleinteilebox handelt sich um eine einfache kleine Schachtel aus Pappkarton. Darin befinden sich einige Kabelbinder, Standfüße aus Gummi, sowie eine Tüte mit benötigten Schrauben.


Anleitung

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Die Anleitung ist leider nur in Englisch gehalten. Es werden die Features des Gehäuses beschrieben, sowie Erläuterungen zum Einbau der Hardware. Hierzu gibt es auch Schemazeichnungen, was das Verständnis erleichtert.

Features

Die folgenden Features werden von BitFenix für das Shinobi Gehäuse angegeben:

  • Mainboardgröße: Mini-ITX, mATX, ATX
  • Abmessungen: ca. 49cm x 20,5cm x 46cm (LxBxH)
  • Laufwerkseinschübe: 11 (3x 5.25" extern, 1 per Adapter als 3.5" verwendbar, 8x 3.5" intern)
  • Lüfter:
    • 1x 120mm Lüfter in der Front, 1x 120mm Lüfter an der Rückseite
    • weitere optionale Lüfter: 1x 120mm Lüfter in der Front, 1x 120mm Lüfter am Boden, 2x 120/140mm Lüfter am Deckel, 1x 120mm Lüfter am Seitenteil
  • Front/Top-Anschlüsse: 4x USB 2.0, Audio
  • Zusätzliche Features:
    • Schraubenloser Laufwerkseinbau (nur bei Shinobi Window Variante)

Details - Außen

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Äußerlich zeigt das Shinobi ein geradliniges, einfaches Design. Das Seitenteil ist leicht dunkel getönt, so dass es sich sauber in die schwarze Optik einfügt.  An den Seiten von Front und Deckel  befinden sich durchgängige, mit Mesh-Gitter hinterlegte Kanäle. Ein weiteres solches Gitter befindet sich im Deckel des Gehäuses. An der Front ist ein silbernes BitFenix-Logo angebracht.

Besonderheit des Gehäuses: Front und Deckel sind mit einer Soft-Oberfläche überzogen, was für eine sehr angenehme Haptik sorgt. Weiterhin wertet diese Oberfläche auch die Optik deutlich auf, und lässt das Gehäuse sehr wertig aussehen. Dies hat uns außerordentlich gut gefallen. Ebenfalls werden Fingerabdrücke so wirkungsvoll vermieden. Die Seitenteile sind nicht mit dieser Beschichtung überzogen.

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Das große Gitter im Gehäusedeckel ist gut verarbeitet und optisch einwandfrei. An Frontanschlüssen wurde leider gespart: So gibt es Audioanschlüsse, sowie vier USB 2.0 Anschlüsse. Auf die moderneren Schnittstellen USB 3.0 und eSATA wurde dafür leider verzichtet. Das Logo in der Front ist sauber eingepasst.

Die Detailbilder zeigen nochmals die matte, gummierte Oberfläche des Gehäuses.

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Das Seitenfenster wurde nicht einfach viereckig gestaltet. Es besitzt eine Form, die einen Blick auf die Hardware zulässt, dabei aber "langweilige" Details wie Festplatten und Laufwerke ausspart. Die Schlitze für den optionalen Seitenlüfter sind sauber herausgeschnitten. Am rechten Seitenteil gibt es wenig zu entdecken, man kann hier aber gut den Unterschied zwischen der gummierten, matten Front und den herkömmlichen Seitenteilen in seidenglanz erkennen. Die Lackierung ist durchwegs gut und gibt keinen Grund zur Beanstandung.

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Die Rückseite zeigt die bei vielen Midi-Towern übliche Aufteilung- Netzteil unten, zwei Durchführungen für Wasserkühlungsschläuche, ein schon ab Werk bestückter Lüfterplatz. Beim Shinobi lässt sich der Deckel abnehmen, was für den Einbau von Lüftern in den Deckel des Gehäuses notwendig ist.

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Die Füße des Gehäuses sind ab Werk nur angedeutet, allerdings werden selbstklebende Gummifüße mitgeliefert. Diese sollte man installieren, in jedem Fall natürlich wenn man das Netzteil mit dem Lüfter nach unten montiert- ansonsten ist der Abstand zum Boden zu gering. Da auch der Frontlüfter über die Aussparung am unteren Ende der Frontpartie Luft einsaugt, halten wir die Gummifüße für zwingend notwendig für einen einwandfreien Betrieb.

Als Staubfilter werden beim Shinobi dünne Kunststoffeinsätze verwendet. Ob diese wirklich wirkungsvoll Staub filtern können, ist fraglich- die vorhanden Löcher sind recht groß. Die Filter werden lediglich gesteckt, was zu nicht besonders sicherem Halt für. Solange das Gehäuse steht ist dies kein Problem, uns ist es beim Bewegen des Gehäuses allerdings mehrfach passiert, dass wir mit der Hand versehentlich einen Filter herausgerissen haben. An dieser Stelle wurde beim Shinobi sicherlich gespart.


Details - Innen

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Die Seitenteile des Shinobi lassen sich sehr leicht entfernen, hier wird auf bewährte Technik -zwei Rändelschrauben und Befestigungsnasen- gesetzt. Die Seitenteile sind aus recht dünnem Blech, was sie nicht sehr verwindungssteif und tendenziell anfällig für Vibrationen macht, vor allem natürlich das Seitenteil mit dem Fenster. Die Verarbeitung ist gut, die Kannten wurden sauber gefalzt. Auch an der Lackierung gibt es nichts auszusetzen.

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Das Innere ist, wie man es von einem zeitgemäßen Gehäuse erwarten kann, ebenfalls passend zum Äußeren schwarz lackiert. Die Verarbeitung weiß zu gefallen. Das Gehäuse ist stabil und weißt keine scharfen Kanten auf. Die Auflagepunkte für das Netzteil sind mit dünnen Gummischeiben unterlegt. Es gibt eine Aussparung in der inneren Seitenwand, über den man einen Lüftertausch ohne Ausbau des Mainboards realisieren kann. Ebenfalls gibt es Kabeldurchführungen.

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Im vorderen Teil befinden sich die Halterungen für Festplatten und Laufwerke. Beim Shinobi Window setzt BitFenix hier auf einen schraubenlosen Clip-Mechanismus. Bei der Version ohne Seitenfenster wird herkömmliche Schraubenbefestigung verwendet.

Die Festplatten werden ebenfalls herkömmlich längs montiert.


Hardwareeinbau

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Vor dem eigentlichen Hardwareeinbau befestigen wir die mitgelieferten Gummifüße am Gehäuse. Diese sind mit 3M-Klebefolie versehen, was für einen guten Halt sorgt. Wie schon erwähnt halten wir die Füße für notwendig, da so der Frontlüfter deutlich mehr Luft von der Unterseite ansaugen kann. Spätestens wenn man ein Netzteil mit dem Lüfter nach unten einbauen möchte, sind die Füße unumgänglich- eigentlich unverständlich, warum die Füße nicht ab Werk montiert sind.

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Den Hardwareeinbau starten wir mit einem 5.25" Laufwerk. Für das Abnehmen einer Frontblende gibt es von vorne kaum Griffmöglichkeiten, einfacher ist es, sie von hinten herauszudrücken. Im obersten Schacht ist ein Adapter auf 3.5" vorhanden. Möchte man diesen entfernen, muss man leider die Front abnehmen, da man den Adapter sonst nicht herausschieben kann. Hierzu muss man mit etwas Kraft die Front einfach nach vorne abziehen, sie ist nur gesteckt.

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Hier ist der 3.5" Adapter zu sehen. Ein 3.5" Laufwerk muss man darin festschrauben, und das Ganze dann wie ein 5.25" Laufwerk montieren. Hierzu gibt es einen Clip-Mechanismus. Man schiebt das Laufwerk ein, bis die Schraublöcher sich an der richtigen Stelle befinden. Dann drückt man den Clip nach innen, bis er einrastet. Die Nasen des Clips halten das Laufwerk dann. Leider gibt es nur auf einer Seite diesen Mechanismus, dennoch wird das Laufwerk recht sicher gehalten. Wem diese Befestigung zu unsicher ist, sollte mit ebenfalls beiliegenden Schrauben sichern.

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Einen ähnlichen Mechanismus wie bei den 5.25" Laufwerken gibt es beim Shinobi Window für die Festplatten. Mit einer Drehbewegung muss man die Befestigungsschiene hier vom Schacht lösen. Danach wird die Festplatte eingeschoben, und muss wieder mit der vorher entfernten Schiene befestigt werden. Dies erweist sich als sehr umständlich: Es passiert leicht, dass sich die drehbare Arretierung von der Schiene löst, so das man diese erst wieder zusammenbauen muss. Da es zwei Schienen pro Fesplatte -links und rechts- gibt, würde es sicherlich auch nicht wesentlich länger dauern, die Festplatten anstatt mit de Befestigungsschienen, mit den ebenfalls mitgelieferten Schrauben zu befestigen. Dies halten wir sowieso für die bessere Lösung, da die Befestigungsschienen keinen besonders guten Halt erzeugen - die Festplatten haben merklich Spiel. Eine Entkopplung der Festplatten ist nicht vorgesehen.

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Vor dem Einbau des Mainboards müssen noch Abstandshalter ins Gehäuse geschraubt werden. Bei zwei davon stellten wir fest, dass diese sich nur mit Kraft einschrauben ließen, da die vorhandenen Gewinde nicht genau genug ausgeführt waren. Beim Einbau der Steckkarten stellten wir ähnliches fest- eine Rändelschraube ließ sich nur unter Kraftaufwendung eindrehen. Ansonsten gab es bei Mainboard und Steckkarten keine Probleme.

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Der Einbau des Netzteils klappte dagegeben problemlos. Das Netzteil muss lediglich an die richtige Stelle gebracht und mit den passenden Schrauben verschraubt werden.

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Verkabelt haben wir das Gehäuse größtenteils mit Alchemy Multisleeved Kabeln, ebenfalls von BitFenix. Diesen Kabeln haben wir uns in einem weiteren Artikel genauer gewidmet. Die Kabel werten die Optik im Inneren des Gehäuses deutlich auf.

Hinter der Zwischenwand, auf der das Mainboard befestigt ist, befindet sich viel Platz wo man Kabel gut verstecken kann. Ein sauberer Systemaufbau ist mit dem Shinobi daher problemlos möglich.


Impressionen

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Das Sichtfenster mit der leichten Tönung sorgt unserer Meinung nach gerade in Verbindung mit sleeved Kabeln für eine tolle Optik und gibt dem Gehäuse den letzten Schliff. Ansonsten ist die Optik, wie früher in diesem Test schon gesagt, eher schlicht. Dies ist aber in keiner Weise negativ, gerade das geradlinige Design des Gehäuses dürfte vielen Anwendern gefallen. Dies ist aber, wie auch das große BitFenix Logo in der Front, wie immer Geschmackssache. Die gummierte Oberfläche an Front und Deckel lässt das Gehäuse deutlich teurer wirken, als es ist.

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Natürlich sind schwarze Laufwerke Pflicht, will man die Optik nicht zerstören. Diese sind aber sowieso quasi zum Standard geworden. Die Power-LED des Shinobi leuchtet übrigens in einem überaus kräftigen blau- leider schon fast zu kräftig, wie wir finden. Die rote HDD-LED daneben ist daneben schlecht sichtbar. Gerade wenn man die HDD-Aktivität beobachten möchte, wird man von der Power-LED stark geblendet und muss länger hinschauen als eigentlich nötig.

Lüfter, Betrieb

Die vorinstallierten Lüfter im Shinobi Window verrichten ihren Dienst gut. Sie können als leise bezeichnet werden, wenn auch nicht als Ultra-Silent. Normal-Anwendern werden die Lüfter nicht negativ auffallen. Es muss allerdings gesagt werden, dass der von den Lüftern produzierte Luftstrom vergleichsweise gering ist. Für durchschnittliche Systeme ist das Lüftungskonzept ab Werk sicherlich ausreichend, wer High-End Hardware verbauen will, sollte die Lüfter allerdings ersetzen oder zumindest weitere installieren.

Die Geräuschkulisse des Gehäuses dominieren leider die Festplatten: Aufgrund der fehlenden Entkopplung und der nicht optimalen Befestigung via Clip-Mechanismus, ist jeder Zugriff deutlich zu hören. Befestigt man die Festplatten klassisch mit Schrauben, reduzieren sich die hörbaren Festplattengeräusche deutlich.


Fazit

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Das meiste am BitFenix Shinobi hat uns gut gefallen. Herausragend ist die in Front und Deckel verwendete weiche Soft-Lackierung. Die resultierende Haptik und Optik lässt das Gehäuse überaus wertig erscheinen- dass man hier ein Gehäuse für knapp 60€ vor sich hat, möchte man erst einmal nicht glauben. Äußerlich gibt es auch sonst kaum etwas auszusetzen: Das Gehäuse ist einwandfrei verarbeitet sowie lackiert. Einziger Kritikpunkt am Äußeren sind die wenig funktionalen Staubfilter, die im Boden des Gehäuses auch nicht optimal befestigt sind.

Im Inneren bietet das Gehäuse für sein schlankes Äußeres viel Platz. Zahlreiche Durchführungen und Platz hinter dem Mainboard sorgen für gute Möglichkeiten, überflüssige Kabel zu verstecken.

Größter Kritikpunkt am Shinobi ist das Clip-Befestigungssystem für die Festplatten. Dieses sorgt für keinen sicheren Halt und ist auch nicht besonders gut handhabbar, so dass eine (ebenfalls mögliche) Schraubbefestigung vorzuziehen ist. Die notwendigen Schrauben werden mitgeliefert, so dass man nicht auf das Clip-Befestigungssystem angewiesen ist.

Ingesamt ist das Shinobi ein schlichtes, solides Gehäuse mit hochwertiger Optik, das für viele Einsatzmöglichkeiten geeignet ist. Die werksseitig vorinstallierten Lüfter verrichten einen guten und leisen Dienst. Wer High-End Hardware einsetzt, sollte allerdings weitere Lüfter nachrüsten.


{jumi
[caseresultbox.php]

Name: [Bitfenix Shinobi Window]
Kategorie: [Gehäuse]

Bewertung
Platzangebot: [1.5]
Handhabung: [3.0]
Verarbeitung: [2.4]
Ausstattung: [2.0]

Preis: [ca. 60€]

Hersteller: [BitFenix]
Vertrieb: [z.B. CaseKing]

Award: []

Pro: [Soft-Oberfläche an Front und Deckel]
Pro: [gute Verarbeitung]
Pro: [geräumiges Innenleben]
Pro: []

Contra: [Befestigungssystem der Festplatten]
Contra: [wenig funktionale Staubfilter]
Contra: []
Contra: []
}

 

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