Aerocool Cool View Print
Sunday, 27 November 2005 of KeyF

news_aerocool_coolviewBTX hat sich auch über 2 Jahre nach Veröffentlichung des Standards nicht durchgesetzt. Boards gibt es im Einzelhandel so gut wie gar keine und auch bei den Gehäusen sieht es äußerst mau aus. Eine pfiffige Lösung hat sich Aerocool einfallen lassen. Von ihnen gibt es das "Cool View" Case, das sich an der BTX Spezifikation orientiert, in das sich aber dennoch ein normales ATX Board einbauen lässt.

Unser Dank geht an Listan für die Bereitstellung des Testmusters.

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Lieferumfang

1Das Gehäuse ist wie üblich in einem bedruckten Karton verpackt und mit Styropor vor Stößen geschützt. Auf der Verpackung sind die Features alle aufgelistet.

2Im Lieferumfang ist ein Päckchen Schrauben und genügend Schienen um die 5,25“ Laufwerke und die Festplatten einzubauen. Außerdem vier Einbauschienen um 3,5“ Laufwerke in die 5,25“ Schächte einzubauen. Zwei durchsichtige 120 er Lüfter mit 4 poligem Anschluss sind bereits vorinstalliert, ein 80er Lüfter mit 3 poligem Anschluss ist in Verpackung beigegeben. Netzteil wird keines mitgeliefert, was auch leicht zu verschmerzen ist, da mitgelieferte Netzteile nicht selten von minderer Qualität sind.


Übersicht

Im Gehäuse sind Bohrungen für zwei 120er Lüfter die schon vorinstalliert sind. Die drei 80er Lüfter, die auf die zwei 3,5“ Schächte blasen, sind leider nicht im Lieferumfang. Der hintere 120er Lüfter kann durch zwei 80er Lüfter ausgetauscht werden. Der vordere Lüfter muss ausgebaut werden, wenn alle 5,25“ Schächte bestückt sind.

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An Laufwerken können über dem Netzteil 2 3,5“ Festplatten eingebaut werden. An der Frontseite stehen 10 5,25“ Schächte zur Verfügung, zwei Einbauschächte können mit den mitgelieferten Schienen für 3,5“ Laufwerke genutzt werden.

Die Frontklappe, die mit einem LCD Display versehen ist, ist schwarz verspiegelt und schließt fest mit einem Magneten. Die Laufwerksschächte sind alle von fein gelochten Blindabdeckungen geschützt. Eine passende Abdeckung für das Diskettenlaufwerk liegt bei.

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Schon fast als Standart zu bezeichnen sind die zusätzlichen Frontanschlüsse. Hier stehen 2 USB 2.0, Firewire, Kopfhörer und Mikrofon Anschluss zur Verfügung. Allerdings sind die Anschlüsse nicht in der Front sondern oben aus dem Gehäuse herausgeführt.

7Die rechte Seitenwand ist mit einem Plexiglasfenster versehen. Unter dem Fenster sind die Halterungen für die 80er Lüfter, die für die Frischluftzufuhr der Festplatten zuständig sind. Die Lüfter sind mit einem Lochgitter geschützt.


Hardware-Einbau

Folgende Komponenten werden im Gehäuse verbaut:

  • Antec True Power 480Watt
  • Asus P4C-800 Deluxe
  • Pentium 4 Northwood 2,8 Ghz
  • 2x 512 MB Kingston DDR 400
  • WD Raptor 360
  • Toshiba DVD- Laufwerk
  • Creative Soundblaser Audigy 2 Zs
  • Asus WiFi Karte
  • Marvel Gigabit Netzwerkkarte

Zusätzlich wird das gesamte System von einer Wasserkühlung gekühlt. Dieser Einbau wird aber auf einer gesonderten Seite behandelt, da es sich dabei nicht um ein Standartvorgehen handelt.

8Der Einbau der Hauptplatine ist etwas ungewohnt, weil man von rechts das Ganze installiert. Hier ist also etwas Umdenken gefragt. Die Bohrungen sind mit A für ATX und mit B für BTX Bohrungen beschriftet. Für BTX Boards muss das Anschlussfeld komplett getauscht werden, leider ist dieses nicht im Lieferumfang enthalten.

9Die Steckkarten sind schwer zu befestigen, da die Slotöffnungen etwas zu tief sitzen. Somit greifen die Schrauben nicht in der dafür vorgesehenen Einbuchtung.

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Das Einbauen der 5,25“ Laufwerke geht leicht von der Hand, hier benötigt man keinen Schraubenzieher. Das Laufwerk wird einfach in den Slot geschoben und mit den mitgelieferten Plastikschienen fixiert.

14Der Einbau der Festplatte funktioniert spielend: Schiene an die Platte klipsen, Platte in den Käfig schieben, fertig. Allerdings gibt es einen Designfehler. Die Lüfterhalterung am Gehäusedeckel ragt so weit in das Gehäuse rein, dass es sich nicht mehr schließen lässt, wenn man die S-ata Kabel hernimmt, die bei dem Asus board (und vielen anderen) mitgeliefert werden. Ich hatte noch andere Kabel zur Verfügung, die ganz knapp passten. Hier sind unbedingt S-ata Kabel von Nöten die nach oben gewinkelt sind. Eine zum Test eingebaute P-ata Platte konnte ohne Probleme angeschlossen werden.

13Der Luftstrom ist bei geöffneter Front sehr gut und kühlt alle Komponenten zuverlässig, auch wenn keine BTX Luftstromhaube vorhanden ist. Wenn die Front geschlossen ist, ist das Gehäuse so abgedichtet, dass nur unter dem Fuß eine kleine Öffnung ist, in die Luft einströmen kann. Das ist für High-End oder übertaktete Systeme zu wenig und die Gehäusetemperatur steigt an. Für „normale“ Systeme genügt dies aber vollkommen. Das ATX Netzteil zieht die Luft über eine Öffnung im Boden des Gehäuses ein und hat damit keinen Einfluss auf den Luftstrom innerhalb des Towers.


LCD Display und Lüftersteuerung

Das Display hat eine integrierte Lüftersteuerung an der Anschlüsse für vier Lüfter sind. Die vorinstallierten 120er Lüfter haben leider keine 3 Poligen Stecker, dadurch können sie nicht von der Lüftersteuerung geregelt werden. Angeschlossen über den vier Poligen Laufwerksstecker mit 12 Volt sind sie relativ leise. Der beiliegende 80er Lüfter ist an die Steuerung anschließbar und ist auch kein Krawallbruder. Für den Test wurden drei 80er Lüfter mit LEDs verbaut.

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Vom Display aus gehen 4 Temperaturfühler die wie die Lüfteranschlüsse mit CPU, VGA, HDD und Case bezeichnet sind. Mit einem Klebestreifen sind diese leicht angebracht. Das Display selber wird mit einem 4 Poligen Laufwerksanschluss mit Strom versorgt. Zum auslesen und steuern des Displays ist ein USB Kabel durch ein Slotblech nach außen geführt. Warum hier kein Stecker für die onboard USB Ports verwendet wurde bleibt mit ein Rätsel. Ich habe einen Adapter von einem alten Motherboard hergenommen und das Flachbandkabel bei den 5,25“ Schächten zum Display geführt.

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Der in die Front integrierte Speaker gibt ein lautes Piepsen von sich und das Display blinkt rot, wenn ein Lüfter nicht angeschlossen ist oder zu langsam läut. Dies kam bei mir sehr oft beim Starten vor. Das ist sehr ärgerlich, da so ein leises Anschalten des Rechners, zum Beispiel in der Nacht, nicht mehr möglich ist. Eine Steuerung des Displays und der Lüfter ist nur mit der nicht mitgelieferten Software möglich, diese muss man sich erstmal von der Hersteller Website downloaden. Leider ist die Software sehr unausgereift und läst sich schlecht bedienen, die Versionsnummer 1.0 lässt auf ein baldiges Update hoffen. Es gibt keine Möglichkeit Lüfter auszuschalten ohne das der Alarm los geht. Die Anzeige des Displays ist unveränderlich, es zeigt immer im alle Werte nacheinander im 2 Sekunden Rhythmus an. Die Hintergrundbeleuchtung kann über die Software in blau, rot, pink und off eingestellt werden. Ohne Beleuchtung erkennt man allerdings nichts mehr.. Außerdem ist die Uhrzeit viel zu klein um sie schnell ablesen zu können. Hier sollte der Hersteller unbedingt nachbessern. Unter Linux lässt sich das Display nicht ansprechen.

lcd-display

1. Temperatur schwelle für Alarm

2. Temperatur des aktuellen Sensors

3. Umdrehungsgeschwindigkeit des aktuellen Sensors

4. Aktueller Lüftersensor

5. Uhrzeit

6. Systemlautstärke

7. „Aerosaurus“

8. Aktueller Temperatursensor

9. Lüftermodus

10. Umgebungslautstärke

11. Maximale Temperatur für Sensor

Ohne Software ist eine Steuerung der Lüfter nicht möglich, ein Drehregler der zuminderst alle Lüfter steuert währe hier wünschenswert. So muss immer in Windows die Software gestartet werden und die Lüfter manuell hoch geregelt werden. Die automatische Steuerung ist nicht richtig zu gebrauchen, da die angehängten 120er Lüfter in kurzen Intervallen Aufheulen.


Fazit

Das Aerocool Cool View Case hinterlässt einen gemischten Eindruck. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut, es gibt keine scharfen Kanten oder sonstige Mängel. Der innere Aufbau ist auch sehr gut gelöst und lässt platz für Modding Projekte. Das Bild wird getrübt von der unausgegorenen Lüftersteuerung. Das Display kann nicht mit richtigen LCD Anzeigen mithalten und ist eher als ein nettes Gimmick zu sehen. Als Ausgangsbasis für Moddingprojekte ist das Gehäuse sehr gut geeignet.

Auf der nächsten Seite gehen wir noch genauer auf den Einbau der Wasserkühlung ein. Dies erfolgt aber außerhalb der Wertung, da dies kein Standardvorgehen ist.

{jumi
[caseresultbox.php]

Name: [Aerocool Cool View]
Kategorie: [Gehäuse]

Bewertung
Platzangebot: [1.8]
Handhabung: [1.7]
Verarbeitung: [1.5]
Ausstattung: [1.6]

Preis: [ca. 110 €]

Hersteller: []
Vertrieb: [http://www.frozen-silicon.de]

Award: []

Pro: [Platzangebot]
Pro: [Große leise Lüfter]
Pro: [Zukunftssicher (BTX)]
Pro: [Lüftersteuerung integriert]

Contra: [BTX Feld nicht im Lieferumfang]
Contra: [Unausgegorene Software]
Contra: [Alarmfunktion]
Contra: [Festplattenanschluss]
}

 

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Einbau der Wasserkühlung

Ein richtig gutes Gehäuse im Midi Tower Format was einen Triple Radiator aufnimmt habe ich noch nicht gefunden. In diesem Gehäuse konnte ich aber mein System ganz ordentlich unterbringen. Den Triple Radiator habe ich stehend in die 5,25“ Schächte eingebaut. Gehalten wird das Ganze von der 120er Lüfterhaltung.

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Die drei Lüfter (Papst 4412F/2GL) sind durch den Radiator blasend montiert das der Luftstrom durch die gelochten Frontblenden ins Freie geht. Die Fronttüre habe ich komplett abmontiert um den Luftzug nicht zu behindern. Die Lüftersteuerung habe ich durch eine mit Kippschaltern ersetzt an der auch der ATX Power on angeschlossen ist.

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Der hintere Lüfter ist ins Gehäuse blasend angebracht und führt somit frische Luft über die Spannungswandler hin zum Radiator. Frische Luft kommt über die drei Lüfter in der Seitenwand in das Gehäuse. Diese sind an den Lüfteranschlüssen des Netzteiles angeschlossen und laufen somit mit ca. 7 Volt sehr leise. Da das Netzteil die Temperatur der eingesaugten Luft zur Regulierung benutzt, reguliert das Netzteil die Lüfter aufgrund der Außentemperatur.

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Die Pumpe (Ling DDC mit LICS Aufsatz) steht auf dem Festplattenkäfig und ist mit Klettverschluss befestigt, dies hat außerdem den Vorteil der Vibrationsminderung. Durch die Größe des Radiators ist nur noch ein Laufwerksschacht frei in dem mein DVD-Laufwerk untergebracht ist. Bei Zeiten werde ich dies durch einen DVD- Brenner ersetzen. Wenn man einen Dual Radiator hernehmen würde, währe Platz für 3 Laufwerke.

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Alle Lüfter laufen mit 7 Volt fast unhörbar, auch die Pumpe ist nicht warzunehmen. Das einzige was man im Moment noch hört ist die Festplatte die nicht mehr die Jüngste ist. Die Temperaturen für Wasser, CPU und Grafikkarte bewegen sich um die 35°. Beim nächsten Systemupgrade werden die Northbridge und die Spannungswandler an die Wasserkühlung angeschlossen. Sollten die Temperaturen dann steigen, kann ich die Lüfter ohne Probleme auf 8-9 Volt laufen lassen. Zum austesten der Maximalen Taktraten können die Lüfter auf 12 Volt laufen. Dann ist das System allerdings nicht mehr leise.

Fazit

Der Einbau der Wasserkühlung gelang ohne Probleme und ist auch noch erweiterungsfähig. Durch den stehenden Einbau des Radiators wirkt das Gehäuse sehr aufgeräumt und ist bestens gekühlt. Kompromisse muss man nur hinsichtlich der Laufwerke in Kauf nehmen, was aber bei Kombi DVD-Brennern und Festplatten bis zu 500 GB nicht wirklich schlimm ist.

Ich persönlich würde noch gerne wissen, ob ihr mehr solche Projekte mit unseren Teststellungen sehen wollt. Über einen konstruktiven Beitrag im Forum würde ich mich sehr freuen.