Home Tutorials Case-Design Sichtfenster
 
Sichtfenster Drucken E-Mail
Sonntag, 01. Juli 2001 von Joker

Einleitung

Vor einiger Zeit war es noch etwas total ausgefallenes und exklusives, mittlerweile hat es so gut wie jeder, der sich mit Case-Modding beschäftigt- Die Rede ist natürlich von einem Sichtfenster im PC.
Nichtsdestotrotz macht solch ein Fenster echt was her, vor allem natürlich in Verbindung mit einer Innenbeleuchtung.

Benötigte Komponenten

  • eine Plexiglasscheibe 2,5mm (z.B. von OBI)
  • ein "Plexiglasscheibenband" (z.B. von oc-card.de)
  • Alternativ zu oben genanntem ein fertiges "Window-Kit" (mittlerweile bei fast jedem Modding-Shop zu haben
  • Werkzeug zum Auschneiden des Fensters (Stichsäge, Dremel o.ä.)
  • Schraubzwingen, breites Klebeband, Feilen

Einbau

Zunächst mal gibt es grundsätzlich 2 Möglichkeiten, ein solches Fenster einzubauen:
Bei der einfacherenund billigeren Variante sägt man die Plexiglasscheibe etwas größer aus als das Loch in der Seitenwand des PCs. Die Scheibe steht dann also etwas über, und kann von hinten an der Gehäusewand befestigt werden (z.B. durch Kleben, Schrauben, Nieten, o.ä.).
In diesem Artikel hier beschreibe ich die etwas aufwendigere und auch teurere Methode, die aber meiner Meinung nach wesentlich schöner aussieht. Hierbei sägt man die Plexiglasscheibe etwas kleiner aus als das Loch im PC, denn die Befestigung erfolgt mittels eines schmalen Gummibandes ("Plexiglasscheibenband"), das zwischen Scheibe und Gehäuseblech kommt, und die Scheibe praktisch "einspannt".

plexiwindow_01Fürs Aussägen des Fensters habe ich eine Stichsäge verwendet, was auch ohne Probleme funktioniert hat.
Vor dem Aussägen muß man bedenken, daß man wegen dem Plexiglasscheibenband ausschließlich abgerundete Ecken vorsehen muß, denn sonst läßt sich das Band natürlich nicht herumbiegen.

Wenn man sich Form und Position des Fensters übelegt hat, muß man das ganze natürlich erstmal sauber anzeichnen, und zwar am besten mit einem Bleistift, da man dann leicht noch nachkorrigieren kann.

Auf nebenstehenen Bild sieht man, wie ich das Seitenteil des Gehäuses fest eingespannt habe, um komfortabel sägen zu können.
Was man auf keinen Fall vergessen darf ist, die Umrandung des Fensters, also das was nicht herausgesägt wird, großflächig mit breitem Malerklebeband abzukleben, da es sonst extrem verkratzt wenn man mit der Stichsäge entlang fährt.
Sieht man vielleicht auf dem nächsten Foto etwas besser...

plexiwindow_02Um zu beginnen bohrt man nahe der angezeichneten Linie ein Loch, durch welches das Sägeblatt der Stichsäge hindurchpaßt (Übrigens geht es meiner Erfahrung nach mit einem ganz feinen Metallsägeblatt am besten).
Ich habe zunächst bei einer gerade Kante begonnen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie gut sich das Metall sägen läßt.
Die Holzlatte, die eigentlich dafür gedacht ist, vor Dellen durch die Schraubzwingen zu schützen, läßt sich nebenbei komfortabel als Anschlag für die Säge benutzen, wenn man sie gerade und im richtigen Abstand positioniert.
Für die Rundungen muß man viele kurze gerade Strecken aussägen und die Rundung dadurch "annäheren". Später wirds dann noch richtig rund gefeilt.
Natürlich muß man für die einzelnen Begrenzungen des Fensters das Gehäuseblech jeweils neu einspannen.
Wenn man dann alle Seiten hat, und das gewünschte Teil endlich herausfällt, ist das schlimmste geschafft Tongue out.

plexiwindow_03Nun muß das ganze noch mit einer bzw. mehreren Feilen nachbearbeitet werden. Für Rundungen eingnet sich am besten eine halbrunde Feile.
Nachdem dieser Arbeitsschritt geschafft ist, sollte das ganz etwa so wie hier links gezeigt aussehen...
Die Form des Fensters habe ich übrigens wegen dem Schloß, welches das verwendete CS-601 an der Seite hat, so gewählt. Zum Sägen habe ich es natürlich ausgebaut, da man sonst mit der Säge nicht vorbeikommen würde.

plexiwindow_04Nun geht es ans anfertigen des "eigentlichen" Fensters.
(Wer ein fertiges Window-Kit gekauft hat kann sich diesen Schritt natürlich sparen).
Man nimmt die Plexiglasplatte (in meinem Fall 2,5mm dick), und legt sie unter das fertig bearbeitete Seitenteil. Nun zeichnet man mit einem wasserfesten Stift die Abmessungen des ausgesägten Fensters nach, aber etwas kleiner (ich habe es ca. 5mm kleiner gemacht).
Denn zwischen Scheibe und Gehäuse muß ja das Band noch eingefügt werden.
Die geraden Seiten des Fensters habe ich mit einer Kreissäge mit feinem Blatt ausgesägt, die Rundungen wieder mit der Stichsäge. Das ganze wird dann noch schön nachgefeilt, damit es auch gut paßt.
Wer keine Kreissäge zur Verfügung hat, kann natürlich auch die ganze Scheibe mit der Stichsäge aussägen.

plexiwindow_05Hier sieht man das Plexiglasscheibenband. Es ist ein dünnes Gummiband mit 3 Einschnitten.
An den zwei freien Einschnitten links und rechts auf dem Bild wird das Gehäuseblech bzw. die Scheibe eingesteckt. In die dritte Einkerbung (oben) wird nach Einbau ein weiteres dünnes Gummiband hineingedrückt, welches die Einkerbungen, in denen Gehäuseblech und Scheibe stecken, zusammendrückt und so fest fixiert. Auf dem Bild ist dieses zweite Band schon hineingedrückt.

Leider habe ich vom Einbau des Bandes keine Fotos gemacht, aber die Vorgehensweise ist folgende:

Man nimmt das Band, und drückt die eine seitliche Einkerbung in das Gehäuseblech, und zwar ringsherum, so daß das Band zunächst rings um den Fensterausschnitt fixiert ist. Dann schneidet man es auf die richtige Länge ab.
Nun nimmt man die Scheibe, und drückt sie in die andere freie Einkerbung gegenüber des Bleches (die Einkerbung, wo das Fixierungsband hineinkommt, muß natürlich auf der Gehäuseinnenseite sein!). Evtl. muß man das Band mit einem flachen Schraubenzieher etwas aufdrücken, so daß die Scheibe ringsherum hineinrutscht.
Ist das geschafft, wird das Fixierungsband noch ringsherum eingefügt, und die Sache ist fertig!

plexiwindow_06Auf beiden Seiten der Plexiglasscheibe befindet sich normalerweise noch eine Schutzfolie, die nach Beendigung aller Arbeiten noch abgezogen wird.
Danach wird das Gehäuse wieder zusammengebaut, und man kann sich über die Einblicke ins Innere des PCs freuen.

Ergebnis

Ein Muß für jeden Case-Modding Fan! Läßt sich noch verbessern, indem man das Innere des PCs z.B mit gerundeten Kabeln sauber aufräumt oder eine farbige Innenbeleuchtung spendiert!

 
 

Wer ist online?

Wir haben 51 Gäste online

Werbung