Levicom M450 Drucken
Testberichte - Netzteile
Sonntag, 26. März 2006 von Joker
news_levicom_m450Mit dem M-Power 450W des taiwanesichen Herstellers Levicom haben wir heute ein Netzteil der besonderen Art im Test:
Neben dem außergewöhnlichem Chassis aus gebürsteten Aluminium macht die Möglichkeit das Netzteil mit der zusätzlich erhältlichen "M-Control" zu steuern und zu überwachen neugierig auf mehr...

Lieferumfang Netzteil

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Das Netzteil sowie die M-Control (was es damit genau auf sich hat, dazu später mehr...) werden in schicken Kartons geliefert. Der Karton des Netzteils hat sogar einen Tragegriff, was bei dem auffällig schweren Gewicht durchaus von Vorteil ist :-)

Im Inneren der Verpackungen werden alle Komponenten sicher von Styroporschalen geschützt.
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Im Lieferumfang des Netzteils ist enthalten:

  • Netzteil
  • Anleitung in vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch)
  • Kaltgeräte-Anschlusskabel
  • Kupferummantelte Anschlusskabel
  • Montageschrauben
  • Lüfteranschlusskabel

Technische Daten

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  • Hersteller: Levicom
  • Modell: M-Power M450.(12).S
  • PFC: aktiv
  • Standards: ATX1.3/ATX12V2.0
  • Max. Leistung: 450 Watt
  • Maße: (B) 150 x (H) 86 x (T) 180 mm
  • Gewicht ohne Kabel: 1,9 kg


Die einzelnen Spannungsschienen können folgende Ströme liefern:

+3,3V +5V +12V -5V -12V 5Vsb
30A 28A 14+16A 0,3A 0,3A 2,0A


Vor allem die 12V Schiene besticht mit hoher Leistung und ist zudem zweigeteilt: Zwei unabhängige 12V-Schienen bringen hohe und stabile Leistung was v.a. für SLI-Systeme interessant ist. Optional können beide 12V-Schienen auch über einen Schalter am Netzteil zusammengeschaltet werden, um Komponenten mit hohem Strombedarf zu versorgen.

Weitere interessante Features des Netzteils:

  • Über- und Unterspannungsschutz
  • Kurschlußsicherung
  • Überstromschutz
  • stabile Spannungsschienen durch True Power Technik

Netzteil im Detail

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Wie man schon erahnen konnte, sind alle Anschlüsse des Netzteils steckbar- so braucht man nur die anschließen, die man auch wirklich braucht und es entsteht keine unnötige Unordnung.

Folgende Anschlusskabel sind vorhanden:

  • 1x 480mm (24Pin, Mainboard)
  • 1x 480mm (4Pin 12V)
  • 2x 770mm (mit je 4Pin 12V bei 480mm, 620mm, 770mm)
  • 1x 470mm (mit je 4Pin 12v bei 480mm und 620mm sowie 1x Floppy bei 770mm)
  • 2x 620mm (mit je 1x SATA bei 480 und 620mm)
  • 1x Y-Adapter mit 6Pin PCI-Express je 220mm
  • 1x 480mm (6Pin PCI-Express)
  • 2x480mm (8Pin 12V)

Man sieht dass wirklich an alles gedacht wurde- sogar an ein Y-Kabel für PCI-Express Karten. Damit können Grafikkarten im SLI oder Crossfire Verbund optimal mit Spannung versorgt werden.
Manche Kabel könnten etwas länger sein damit es auch in großen Towergehäuse keine Probleme gibt.

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Die Kabel sind allesamt mit einer stabilen durchsichtigen Kunststoffhülle ummantelt, unter der eine kupferne "Abschirmung" sichtbar ist. Allerdings ist das mehr ein optisches Gimmick, denn für eine wirkungsvolle Abschirmung müsste dieses Kupfergeflecht mit Masse verbunden sein, was es aber nicht ist. An den Enden wurden Schrumpfschläuche verwendet, was insgesamt für eine sehr saubere Optik sorgt.

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Das Netzteil selbst besteht aus gebürstetem Aluminium, was auf jeden Fall erstmal ein Hingucker ist. Auf der linken Seite des Netzteils prangt das "M-Power" Logo.
Was auffällt ist, dass es ein Stück länger ist als die meisten anderen Netzteile (180mm x 150mm x 86mm, LxBxH).

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Hinten setzen sich wirkungsvolle optische Akzente fort: Ein schwarzes Metallgitter lässt die warme Luft aus dem Inneren nach außen. Der Einschaltknopf, bei den meisten Netzteilen ein einfacher Kippschalter, ist beim Levicom M-Power ein silberner Druckknopf der auch noch im eingeschalteten Zustand von einer blauen Beleuchtung umrandet wird.

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Auf der Unterseite befindet sich der einzige Lüfter des Netzteils: Ein saugend angebrachter 120'er soll für den nötigen Luftaustausch bei geringer Geräuschkulisse sorgen. Geschützt wird dieser mit dem selben Gitter das auch auf der Rückseite des Netzteils zum Einsatz kommt.

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Das eigentliche Highlight ist die Vorderseite (= später im Gehäuse innen liegende) Seite des Netzteils. Hier sind sämtliche Steckbuchsen für den Anschluss der verschiedenen Kabel angebracht. Alle Verbindungen sind sauber beschriftet.
Auffallend ist der mit "M-Control" beschriftete Anschluss links oben. Was es damit auf sich hat, sehen wir auf der nächsten Seite.
Außerdem ist ein "Fan-Monitor" Anschluss vorhanden, welcher mit einem beiliegenden Kabel mit einem freien Anschluss am Mainboard verbunden werden kann, um die Drehzahl des Netzteillüfters zu überwachen. Dieser ist selbstverständlich temperaturgeregelt.

Neben den ganzen optische Highlights gibts auch ein paar Unschönheiten:

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So ist die Seitenwand des Gehäuses nicht ganz passgenau zur Front, wie man in der linken oberen Ecke im linken Bild sieht. Außerdem ist es nicht ganz gerade, wie man im rechten Teil sieht. Beides sind natürlich Kleinigkeiten die kaum auffallen, aber dennoch erwähnt werden sollten.


M-Control

Beim M-Control handelt es sich um ein Zustzgerät für das Levicom Netzteil, mit dem sich interessante Anwendungsmöglichkeiten eröffnen. Mit dem Netzteil verbunden kann über das M-Control:

  • der aktuelle Wert der +3.3V, +5V, +12V. -12V. +5V SB Spannungsschienen angezeigt werden
  • die Leistungsaufnahme des PCs in Watt angezeigt werden
  • ein Warnton bei Über- oder Unterspannung ausgeben weden
  • die +5V, +12V und +3.3V Spannungsschiene manuell eingestellt werden
  • bis zu sechs Lüfter in zwei Gruppen automatisch oder manuell geregelt werden

Lieferumfang M-Control

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Im Lieferumfang des M-Control ist enthalten:

  • M-Control Steuereinheit in 5,25" Bauweise
  • Anleitung in drei Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch)
  • Lüfterkabel
  • Schrauben und Einbauzubehör


M-Control im Detail

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Wie auch des M-Power Netzteil besteht die Außenhülle der M-Control Steuereinheit aus gebürstetem Aluminium. In der Mitte befindet sich ein blau beleuchtetes Display, was von zwei Potentiometern zur manuellen Lüftereinstellung sowie einigen weiteren Schaltern und Reglern umrahmt ist.
Hiermit kann man unter anderem auch einen akustischen Alarm aktivieren, den die M-Control bei Erreichen einstellbarer Spannungswerte ausgibt.

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An der Rückseite befindet sich zum Einen das Anschlusskabel zum Verbinden mit dem M-Power Netzteil. Weiterhin sind dort die Anschlussmöglichkeiten für die bis zu sechs Lüfter möglich. Jeweils drei davon werden zusammen geregelt. In der automatischen Einstellung geschieht dies automatisch temperaturabhängig, wer damit nicht zufrieden ist kann mit den auf der Vorderseite vorhanden Potentiometern nachregeln.

Auch das M-Control weißt einige kleine Unschönheiten auf:

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So ist auch hier das Gehäuse nicht 100% passgenau, auch der Mittelteil der Front ist nicht 100% gerade. Das lässt sich einigermaßen zurechtdrücken und fällt hinterher kaum auf, hinterlässt aber dennoch einen negativen Beigeschmack.


Einbau

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Beim Einbau des Netzteils gab es erwartungsgemäß keine Probleme: Mit den mitgelieferten Schrauben ließ es sich innerhalb weniger Minuten in unserem Testgehäuse (ein Standard-Chieftec) anbringen.

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Das gleiche Bild zeigte sich bei der M-Control: Die bekannten Einbauschienen passten ohne Probleme an das M-Control und ließen sich mit beiligenden Schrauben und Schraubenzieher befestigen. Das M-Control ließ sich daraufhin problemlos in einen freien 5,25" Schacht einschieben.

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Anschließend kann man das M-Control mit dem Netzteil verbinden und die Verbindungskabel für die Komponenten anbringen. Diese zeigten sich teilweise etwas widerspenstig und ließen zwar einfach einstecken, aber nur mit etwas sanfter Gewalt wieder entfernen. Ansonsten gab es auch hier keine Probleme.

Testsystem

Folgendes System verwendeten wir zum Testen des Levicom M 450:

  • Mainboard: Gigabyte K8NXP-SLI
  • CPU: AMD A64 3200+
  • RAM: 2x512MB Corsair XMS
  • Grafikkarte: Connect3D 6600GT
  • HDDs: 2x Samsung SP1614C, SATA
  • Optisches LW: LG 4081B CD/DVD Brenner
  • Sound/LAN: Onboard

Test

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Zum Auslasten unseres Testsystems verwendeten wir die Programme CPUBurn sowie 3DMark 2005. Um die vom M-Control gemessene Leistung zu verifizieren wurde ein EKM 265 Messgerät von Conrad verwendet, das die Leistung angeschlossener Komponenten recht genau messen kann.

Im Idle-Modus erreichte unser System eine Leistungsaufnahme von ca. 105 Watt, unter voller Auslastung ca. 145 Watt (jeweils gemessen vom EKM 265). Das M-Control zeigte stets ca. 10-15W mehr an, was einer Abweichung um einen zweistelligen Prozentwert entspricht. Von einer wirklich Messung der M-Control kann daher eigentlich nicht die Rede sein, ein grobes Gefühl was das System braucht kann man aber durchaus bekommen.

Per Software lasen wir die Spannungswerte des Netzteils über den Zeitraum unseres Tests aus. Dieser dauerte mehrere Stunden, während dieses Zeitraum wurde das System wechselnden Belastungen ausgesetzt. Die Werte sehen allesamt gut aus und liegen gut innerhalb der Toleranzgrenzen der ATX-Spezifikation. Größere Schwankungen gibt es keine.

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Die Spannungswerte wurden zusätzlich mit dem M-Control und einem Spannungsmessgerät verifiziert. Hierbei lagen M-Control, Spannungsmessgerät und Softwaremessung dicht beisammen, das M-Control zeige allerdings stets einen Tick (ca. 0.1V) mehr an, war aber sonst sehr verlässlich.

Zur Messung der Lautstärke fehlte uns leider ein geeignetes Messinstrument, daher geben wir hier nur eine grobe Richtung: Das Netzteil ist durchaus leise, allerdings nichts für Silent-Freaks. In einem komplett wassergekühlten System ist es deutlich herauszuhören. Das Geräusch ist allerdings sehr gleichmässig und wurde von uns nicht als störend empfunden, allerdings als deutlich hörbar. Ein deutlicher Anstieg der Lautstärke ist nach längerem Volllastbetrieb zu verzeichnen.

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Mit einem Temperaturmessgerät maßen wir die Temperatur im Inneren des Systems über den Verlauf unsere Lasttests. Dieser schwankte von ca. 33°C im Idle-Betrieb und rund 40°C im Volllastbetrieb. Diese Werte sind zwar keines speziellen Lobes wert, liegen aber voll im grünen Bereich.


Fazit

Insgesamt hinterließ das Levicom M450 einen guten Eindruck. Es verfügt über eine ganze Reihe schöner und überaus sinnvoller Features, mit denen Levicom eine breite Käuferschicht ansprechen dürfte.
Die tolle Optik des gebürsteten Aluminiums dürfte Modder ansprechen, die allerdings über ein paar kleine Schönheitsfehler in der Verarbeitung hinwegsehen müssen, wie unsaubere Ecken und nicht ganz bündige Kanten. Die Kabel sind mit ihrer Kupferummantelung in jede Fall ein optisches Highlight. Auch die schwarzen Lüftergitter sind hübsch anzusehen, allerdings sind sie sehr engmaschig. Hätte man hier etwas besser durchlässige Gitter gewählt könnte die Kühlleistung des 120er Lüfters evtl. besser ausfallen. So ist sie nur mittelmässig, aber im grünen Bereich.
Für die Overclocker verfügt das Netzteil über reichlich Leistung und tolle Features wie zwei getrennte 12V-Stromkreise und Anschlussmöglichkeiten für die 6-poligen Stromversorgungsstecker stromhungriger Grafikkarten in einem getrennten Stromkreis. Außerdem lassen sich mit dem optionalen M-Control die Spannungsschienen feintunen. Echten Silent-Freaks wird das Netzteil definitiv zu laut sein, wer hier keine allzu hohen Ansprüche stellt wird aber zufrieden gestellt- laut ist das Netzteil keinesfalls.
Für jedermann interessant sind die steckbaren Kabel, die unnötige Unordnung im Gehäuse verhindern, da man nur die Kabel anstecken muss die auch wirklich benötigt werden. Das Lösen der Kabel funktioniert allerdings recht schwergängig.
Das M-Control rundet das Netzteil mit der schon angesprochen Feineinstellmöglichkeit der Spannungschienen ab. Außerdem zeigt es die Momentanleistung des Systems an, was allerdings im Vergleich zu anderen Messgeräten nicht sehr genau geschieht. Die automatische und manuelle Regelmöglichkeit von bis zu sechs Lüftern ist ein weiteres schönes Feature.
Interessant ist auch die Möglichkeit eines Alarms bei Erreichen einstellbarer Spannungen auf den einzelnen Schienen.
Sowohl M-Control als auch das Netzteil selbst warten mit umfangreicher Ausstattung auf und rechtfertigen damit den vergleichsweise hohen Preis.
Insgesamt reicht es dank der üppigen Features trotz der angesprochenen kleineren Mängel knapp für einen Award.

{jumi
[psuresultbox.php]

Name: [Levicom M450]
Kategorie: [Netzteile]

Bewertung
Leistung: [1.2]
Handhabung: [1.5]
Technik: [2.3]
Ausstattung: [1.3]

Preis: [ ca. 138€ (inklusive M-Control!)]

Hersteller: [Levicom]
Vertrieb: []

Award: [award_levicomm450]

Pro: [umfangreiche Ausstattung]
Pro: [hohe Leistung]
Pro: [schöne Zusatzfeatures]
Pro: []

Contra: [Verarbeitungsunsauberheiten]
Contra: [ungenaue Leistungsmessung]
Contra: []
Contra: []
}