Chieftec Giga GX-01SL Drucken
Testberichte - Gehäuse
Montag, 14. August 2006 von Joker

news_chieftecgigaMit den Gehäusen von Chieftec verbindet sicher so mancher den Beginn des Moddings. Vor allem das CS-601 Gehäuse setzte damals neue Standards und ist sicher eines der meistgemoddeten Gehäuse überhaupt.
Seitdem wurden viele weitere Gehäuse von Chieftec auf den Markt gebracht, die Abwandlungen und Weiterentwicklungen des Klassikers CS-601 sind. Einen der neuesten Vertreter, das GX-01SL aus der Giga-Serie sehen wir uns in diesem Test an. In diesem Gehäuse wurde versucht die Besonderheiten die für andere Chieftec-Gehäuseserien typisch sind in einem Gehäuse zu vereinen.



Unser Dank geht an Chieftec für die Bereitstellung des Testgehäuses.

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Verpackung und Lieferumfang

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Das Chieftec Giga GX-01SL erreichte uns verpackt in einem entsprechend großen, aufwändig gestalteten Karton. Einige Eyecatcher-Fotos sowie Slogans ("In this case you can trust", "extreme design - extreme finish - extreme feature") mache neugierig. Die wichtigsten Features des Case finden sich ebenfalls auf dem Karton, teilweise mit Bildern illustriert.
Im Inneren des Kartons ist das Case sicher durch Styroporhalterungen sowie eine zusätzliche Plastikhülle geschützt.

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Der komplette Deckel des Gehäuses sowie die obere und untere Front sind zum zusätzlichen Schutz in der Verpackung mit durchsichtiger Folie beklebt. Die Folie lässt sich zur Inbetriebnahme problemlos rückstandsfrei abziehen.

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Im Lieferumfang enthalten ist neben dem Gehäuse selbst eine Schachtel mit Befestigungsschrauben sowie eine farbig bebilderte Anleitung in Deutsch und Englisch.

Features

Bevor wir uns das Case im Detail anschauen, möchten wir noch die wichtigsten Features des Case nennen:

  • micro-ATX und ATX geeignet
  • Abmessungen: ca. 500mm x 205mm x 550mm (LxBxH)
  • Einschübe extern: 4x 5.25", 1x 3.5"
  • Einschübe intern: 5x 3.5"
  • Lüfter: 1x120mm, 1x 80mm blau beleuchtet (im Lieferumfang, weitere nachrüstbar)
  • Frontanschlüsse: 2x USB, 1x Firewire, Mic-in, Line-out
  • verschließbares Seitenteil
  • herausnehmbare Laufwerkskäfige

Das Gehäuse ist in schwarz (GX-01B) und silber (GX-01SL) erhältlich. Wir sehen uns die silberne Variante an.


Details - Außen

Markant für das Gehäuse ist zunächst einmal seine Front. Die bei Chieftec-Gehäuse häufig anzutreffende Klappe zum Verdecken der Laufwerke ist auch hier vorhanden und in neuem, abgerundetem Design ausgeführt. An der Frontklappe befinden sich zwei kleine Löcher durch die die HDD- und Power-LEDs im Betrieb sichtbar sind.

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An der Front des Gehäuses befinden sich unterhalb der Klappe die die Laufwerke verdeckt noch einige Frontanschlüsse, nämlich:

  • 2x USB
  • 1x Firewire
  • 1x Kopfhörerausgang
  • 1x Line-In

Weiterhin auffallend sind die Lüftungsöffnungen im unteren Teil der Front:

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Die Lüftungsöffnungen sind mit schwarzem, sehr edel wirkendem Lochblech verdeckt. Davor befinden sich markante Verstrebungen, die für eine recht wuchtige Optik sorgen. Auf den Bildern nicht sichtbar: Hinter dem Lochblech befindet sich noch ein feinmaschiges Gewebe das den Staub abhält. Auf Bastellösungen a la Damenstrumpfhose zum Staubschutz kann man daher getrost verzichten ;-)

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An der Seite befindet sich der bekannte Chieftec-Verschluss, der ein schnelles Öffnen und Schließen des Case ermöglicht. Außerdem ist der Verschluß mit einem mitgelieferten Schlüssel abschließbar. Dabei handelt es sich allerdings um Standardschlüssel, die in allen anderen Gehäuse mit diesem Verschlußmechanismus ebenfalls passen.
Ebenfalls an der Seite zu finden sind zwei rechteckige Lüftungsgitter. Wir hätten eigentlich erwartet auf der Innenseite Befestigungsmöglichkeiten in der bei Chieftec bekannten Click-Technik für Lüfter zu finden, dem ist aber nicht so- wer hier Zusatzlüfter anbringen möchte, muss schrauben oder nieten.
An der Hinterseite des Gehäuses befindet sich eine Aussparung für einen großen 120mm Lüfter, der bereits werksseitig vorbestückt ist.
Neben den Aussparungen für die Steckkarten befindet sich ebenfalls noch eine Reihe Lüftungsschlitze.
Die Aussparung für das Netzteil offenbart keine Besonderheiten. Leider ist die Blende wie bei den meisten anderen Gehäusen auch, sehr scharfkantig. Allerdings war die Netzteilblende die einzige scharfkantige Stelle die wir in dem Gehäuse fanden.

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Hinter der Frontklappe finden sich vier Einbaumöglichkeiten für 5.25" Laufwerke sowie eine für ein 3.5" Laufwerk. Die Einbauschächte sind mit Blenden aus Kunststoff verdeckt, die sich mit einem Handgriff dank integrierter Griffmulden leicht entfernen lassen.
Hinter den Zierblenden befindet sich jeweils noch eine Metallblende (zur EMV-Abschirmung) die man zum Einbau eines Laufwerks herausbrechen muss.
Der Power- und Reset-Schalter sind schwarz ausgeführt und bilden zusammen mit den Lüftungsöffnungen einen guten Kontrast zum Rest der Front.

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Die Frontklappe ist nicht direkt am Gehäuse befestigt, sondern über ein Zwischenstück. Somit gibt es zwei Angelpunkte, was dafür sorgt dass man die Klappe weiter nach hinten öffnen kann. Der genauere Hintegrund für diese Technik blieb uns aber verborgen, da man auch mit direkter Befestigung die Klappe weit genug hätte öffnen können.

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Wie von anderen Chieftec-Gehäuse ebenfalls bekannt, besitzt das Gehäuse ausklappbare Füße. Diese sollen bei Bedarf für mehr Standfestigkeit sorgen und sind wie viele Details des Gehäuses ebenfalls in schwarz ausgeführt.

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Am vorderen Deckelbereich verfügt das Gehäuse über eine CD-Halterung: Dort kann man CDs die man immer wieder benötigt griffbereit abstellen.
Unserer Meinung ist dieses Feature aber mehr ein optischer Gag als ein wirklicher Nutzen: Die CDs halten nicht besonders fest in den Halterungen (besonders am Rand, da dort die Halterungen sehr kurz sind)), außerdem läuft man Gefahr durch herausziehen und hineinstellen der CDs das Gehäuse auf Dauer zu verkratzen.


Details - Innen

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Der Innenraum des Gehäuses zeigt sich geräumig, aber nicht riesig.
Im vorderen Bereich finden sich alte Bekannte aus anderen Chieftec-Serien, so z.B. die Schnellhalterungen für die 5.25" Laufwerke sowie die herausnehmbaren Käfige für die 3.5" Laufwerke.

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An der oberen Verstrebung sind die Schrauben angebracht, die man in die 5.25" Laufwerke schrauben muss um diese in das Gehäuse einschieben zu können und mit der Schnellhalterung befestigen zu können.
Dieser Mechanismus ist mit der Bravo Gehäuseserie von Chieftec eingeführt worden und ersetzt die früher eingesetzten Halteschienen.

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Für die Befestigung der Steckkarten wird ebenfalls eine Art Schnellspannmechanismus benutzt:
Mit dem grünen Griff an der Oberseite der Halterung kann diese abgenommen werden und gibt die Steckkarten frei bzw. klemmt diese beim Einsetzen der Halterung fest.
Dadurch sind keine Schrauben mehr nötig, allerdings hat das den Nachteil dass Karten nicht einzeln gelöst werden können sondern immer nur alle zusammen. Allerdings sind auch Gewinde für Schrauben vorhanden, so dass man diese anstatt der Schnellhalterung nutzen kann wenn man das möchte.

Zwei Lüfter sind bereits vorbestückt:

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In der Front befindet sich ein blau beleuchteter 80mm Lüfter der natürlich saugend montiert ist und so kühle Luft in das Gehäuse fördert.
Um die warme Luft abzutransportieren befindet sich ein großer 120mm Lüfter an der Rückseite des Gehäuses.
Damit ist werksmäßig schon für eine sehr gute Durchlüftung gesorgt. Weiter Lüfter können in den heraunehmbaren 3.5" Schächten eingesetzt werden um z.B. Festplatten zusätzlich zu kühlen. Dafür besitzen die Schächte die bewährten Klick-Halterungen für die Lüfter.

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Die Kabel für die Verbindung der Frontanschlüsse sind lang genug ausgeführt um jede beliebige Stelle am Mainboard problemlos zu erreichen. Sie sind sauber beschriftet und somit einfach zuzuordnen. Gleiches gilt für die Anschlüsse von Power- und Resetschalter sowie der LEDs für HDD und Power.
Die beiden eingebauten Lüfter verfügen über kombinierte Kabel, und können damit wahlweise über einen dreipoligen Stecker am Mainboard angeschlossen werden oder über einen vierpoligen Stecker direkt an einem freien Anschluss des Netzteils.


Hardware-Einbau

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Für den Einbau der 5.25" Laufwerke sind die schon erwähnten Einbauschrauben zuständig, die die bei anderen Chieftec-Serien eingesetzten Schienen ersetzen.
Je vier Stück pro Laufwerk werden in die Befestigungslöcher des Laufwerks eingeschraubt.

Bei bisher noch nicht benutzten Laufwerksschächten muss man zunächst die hinter den Kunststoffblenden befindlichen Metallblenden herausbrechen. Dies gelingt sehr einfach und mit wenig Kraftaufwand, da die Blenden nur an zwei Punkten befestigt sind.

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Danach werden die Laufwerke in den Schacht eingeschoben. Die hinteren Führungsschrauben rasten dann in eine Halterung ein und fixieren das Laufwerk. Das Laufwerks sitzt somit perfekt an der richtigen Position. Zum herausnehmen des Laufwerks muss lediglich die Halterung zur Seite gebogen werden und gibt die Führungsschraube wieder frei. Diese Technik funktioniert noch um einiges einfacher als die früher benutzten Führungsschienen- optisch sieht es ebenfalls besser aus, da an der Front vom Befestigungsmechanismus nichts weiter zu sehen ist.

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Beim Einbau des Netzteils gab es wie erwartet auch keine Probleme.

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Der Einbau des Mainboards klappte ebenfalls problemlos. Einige Haltebolzen die für alle Mainboards nötig sind waren im Gehäuse bereits vorhanden, die anderen müssen je nach Mainboard selbst angebracht werden.
Eine Abdeckplatte für die Anschlüsse des Mainboards an der Hinterseite des Gehäuses ist im Lieferumfang des Gehäuses nicht vorhanden, wird aber normalerweise sowieso beim jeweiligen Mainboard mitgeliefert.
Sehr von Vorteil sind die herausnehmbaren 3.5" Käfige die für mehr Platz beim Mainboardeinbau sorgen.

Die Steckkartenhalterung tut ihre Dienste ebenfalls ausgezeichnet:

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Zum Einbau der Karten muss diese gelöst werden, und danach alle Karten eingesteckt werden. Nach dem Anbringen der Halterung werden alle Karten durch sie festgeklemmt und halten bombenfest. Schrauben sind dazu nicht notwendig.

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Als letztes erfolgt noch die Verkabelung der Komponenten, dann ist der Rechner in seinem neuen Gehäuse betriebsbereit.

Zwei Bilder des fertig aufgebauen Rechners:

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Fazit

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Bei der Giga Gehäuseserie hat Chieftec zwar nirgends das Rad neu erfunden, aber altbewährtes aus anderen Gehäusen sinnvoll zusammengeführt.
So sorgen die seit Jahren bewährten herausnehmbaren 3.5" Käfige für Komfort beim Einbau der 3.5" Laufwerke sowie beim Einbau des Mainboards.
Der noch einfachere Montagemechanismus für 5.25" Laufwerke der aus der Bravo Serie übernommen wurde ist nahezu perfekt- technisch funktioniert er einfach und problemlos und optisch ist vom Befestigungsmechanismus von außen nichts störendes zu sehen.
Bereits ab Werk ist dank zweier vorbestückter Lüfter für sehr gute Kühlung gesorgt. Beide Lüfter haben ordentlich Leistung und laufen dabei vergleichsweise leise. Silentfreaks dagegen müssen hier freilich noch geeignete Maßnahmen zur Geräuschreduzierung ergreifen.
An der Verarbeitung des Gehäuses gab es fast nichts auszusetzen, die Lackierung ist einwandfrei, und die im Gegensatz zum restlichen Gehäuse aus Kunststoff bestehende Front setzt sich farblich nicht ab. Alle Kanten waren sauber abgerundet, bis auf die Blende für das Netzteil.
Die Optik ingesamt ist sicher gewöhnungsbedürfig und dürfte für zwiegespaltene Meinungen sorgen. Da die Aussage hierüber aber rein subjektiv ist, unterlassen wir diese ;-)
Als Ausgangsbasis für Modding-Projekte ist das Gehäuse gleichermaßen geeignet wie zur Nutzung als solides, flexibles Standardgehäuse.
Der Preis von rund 99€ ist kein Schnäppchen, aber für die gebotene Qualität gerechtfertigt. Einzig allein der als Feature angepriesene CD-Halter sorgte für einiges Schmunzeln in der Redaktion.

{jumi
[caseresultbox.php]

Name: [Chieftec Giga GX-01SL ]
Kategorie: [Gehäuse]

Bewertung
Platzangebot: [1.5]
Handhabung: [1.8]
Verarbeitung: [1.3]
Ausstattung: [1.5]

Preis: [ca. 99€]

Hersteller: [http://www.chieftec.de]
Vertrieb: []

Award: []

Pro: [gut durchdachtes Befestigungssystem für Laufwerke]
Pro: [sinnvoll vorinstallierte Lüfter]
Pro: [gute Verarbeitung]
Pro: []

Contra: ["Feature" CD-Halter eher fraglich]
Contra: []
Contra: []
Contra: []
}

 

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